Nichts gegen Männer ... Karikaturen und Zeichnungen von Marie Marcks

Vernissage: Freitag, 10. Juni 2016 um 19 Uhr

Dauer der Ausstellung: vom 11. Juni bis 11. September 2016

Klug, pragmatisch und selbstbewusst – mit Leidenschaft hat die Zeichnerin und Karikaturistin Marie Marcks (1922–2014) diskutiert und für ihre Themen gekämpft. Mit rund 160 Arbeiten wird das Museum Haus Ludwig für Kunstausstellungen Saarlouis vom 11. Juni bis 11. September 2016 einen umfangreichen Einblick in das Schaffen von Marie Marcks gewähren.


Marie Marcks wusste, wovon sie sprach, wenn sie „Frauenleben“ zeichnete: fünf Kinder hat sie – meist allein – groß gezogen und sich zugleich in der von Männern dominierten Karikaturenszene durchgesetzt. 1922 in Berlin geboren, wächst Marie Marcks in einer künstlerisch geprägten Umgebung auf. Sie erhält an der Kunstschule der Mutter, der Buchgrafikerin und Zeichenlehrerin Else Marcks-Penzig, ihren ersten Zeichenunterricht und beginnt noch während des Zweiten Weltkrieges ein Architekturstudium in Berlin und Stuttgart. Im August 1944 wird sie zum ersten Mal Mutter. Nach Ende des Krieges zieht sie nach Heidelberg und etabliert sich dort mit Plakatentwürfen als Gebrauchsgrafikerin. Mit besonderer Leidenschaft entwirft sie ab 1954 Plakate und Einladungen für den Heidelberger Jazzclub CAVE 54 oder gestaltet 1958 Plakate für den deutschen Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel.

 

Ihre Hinwendung zur Karikatur steht in engem Zusammenhang mit den politischen Debatten in Deutschland in den 1950er Jahren: Die Atombombenversuche der Amerikaner, die Einführung der Wehrpflicht in der Bundesrepublik Deutschland und der Beitritt zur Nato mit dem darauf folgenden Wettrüsten in Ost und West und den Friedensbewegungen als Gegenreaktion. Parallel wird die Gleichberechtigung der Frau zu einem ihrer wichtigsten Anliegen und sie macht den Kampf gegen das tradierte Geschlechterverhältnis zu einem zentralen Thema ihrer Karikaturen. „Feminismus? Kannte ich gar nicht. Ich habe immer meine eigene Position gehabt“, so Marie Marcks. Für die Frauenbewegung wurde Marie Marcks jedoch zu einer bewunderten Kämpferin für ihre Rechte.


Gerade weil Marie Marcks, wie sie einmal in einem Interview betonte, nicht „genau in die Nische abgedrängt [werden wollte], in die Frauen immer geschubst werden: weg von der großen Politik, hin zu Sozial- und Frauenthemen“, hat sie ihren politischen Karikaturen einen hohen Stellenwert eingeräumt und über zwanzig Jahre lang für die Süddeutsche Zeitung gezeichnet, ihre Karikaturen in der Die ZEIT, im Der Spiegel, im stern oder im Vorwärts veröffentlicht, ebenso wie in der Zeitschrift atomzeitalter oder in betrifft: erziehung.
Die Saarlouiser Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch das Schaffen von Marie Marcks. Beginnend mit Zeichnungen und Illustrationen aus ihren autobiografischen Büchern „Marie, es brennt“ und „Schwarz-weiss und bunt“ kann der Werdegang von der Gebrauchsgrafikerin bis zur politischen Karikaturistin verfolgt werden. Die Exponate zeigen, welche Themen ihr besonders am Herzen lagen: die politische und gesellschaftliche Gleichstellung der Frau, Bildung und ein offenes soziales Klima, ebenso wie die Idee eines gemeinsamen und friedlichen Europas. Weitere Themen sind das atomare Wettrüsten, die Zerstörung der Umwelt, die Asylrechtsdebatten und der Rechtsradikalismus. „Politische Karikaturen, die bloßstellen statt belustigen, haben es nicht leicht“, so Marie Marcks.

 

Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Museum Wilhelm Busch - Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst, Hannover.

 

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Informationen

öffentliche kostenlose Führungen in Zusammenarbeit mit der vhs Saarlouis

 

Sonntag, 26. Juni 2016

Sonntag, 10. Juli 2016

Sonntag, 24. Juli 2016

Sonntag, 07. August 2016

Sonntag, 28. August 2016

Sonntag, 11. September 2016

 

jeweils um 15 Uhr im Museum Haus Ludwig

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Donnerstag, 30. Juni 2016
OPUS Fotopreis 2015
im Atelier Museum Haus Ludwig