Regionale Kunst eröffnet neue Welten: SaarArt gleich zweimal in Saarlouis

05.05.2017

Von: Sascha Schmidt


91 Künstler, 13 Standorte, eine Ausstellung – das ist die Landeskunstausstellung SaarArt. Gleichermaßen zeigt sie Vielfalt und Qualität der regionalen Kunst- und Künstlerszene und bietet dabei den Museen im Land ein ansprechendes Podium, sich saarlandweit zu präsentieren. Erstmals ist die SaarArt in Saarlouis an zwei Standorten vertreten.



Erstmals an zwei Standorten präsentiert sich die SaarArt in diesem Jahr in Saarlouis: Im Museum Haus Ludwig und im Kunstraum des Instituts für aktuelle Kunst. Zu sehen ist eine weite Spannweite zeitgenössischer Kunst, von Gemälden über Klanginstallationen, Fotografie, Comic und Urban Art. Fotos: Sascha Schmidt

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Dass ein Land so viele Künstler an so vielen Stellen präsentieren kann, ist etwas Besonderes, sagte OB Roland Henz.

Gut besucht war die zeitversetzte Doppel-Vernissage an beiden Standorten.

"Ein Land, das in der Lage ist, so viele Künstler an so vielen Stellen zu präsentieren, das ist etwas Besonderes", sagte OB Roland Henz zu Beginn der beiden Saarlouiser Vernissagen, die zeitversetzt am selben Abend stattfanden. Hinterfragen die Werke im Museum Haus Ludwig mit ihren verschiedenen Ansätzen Wirklichkeit und Lebenswelt, widmen sich die Exponate im Kunstraum des Instituts für aktuelle Kunst auf unterschiedliche Weise der dokumentarischen Auseinandersetzung mit der Welt. Von der Fotografie über Klangkunst bis zum Comic reicht dies, während im Haus Ludwig unter anderem Gemälde, gegenständliche Werke und Urban Art zu finden sind. "Faszinierend", bemerkte Dr. Heike Otto, Leiterin der Kulturabteilung im saarländischen Kultusministerium, "dass jede einzelne Ausstellung so funktioniert, wie die Kuratorin sie sich vorgestellt hat. Es gibt tolle Museen im Land und ich hoffe, dass die Menschen den Ausstellungen der SaarArt folgen."

 

Der Wert der Kunst für die Gesellschaft und ihr eigenes Ansinnen, führte SaarArt-Kuratorin Cornelieke Lagerwaard aus, unterlag über die Jahrzehnte starkem Wandel. Überschritt die Kunst der 60er viele Grenzen, wollte sie sich in den 70ern mit sozialer Relevanz verankern, um sich in der Postmoderne der 80er schließlich von der Gesellschaft loszusagen. Dennoch: "Die Kunst hat eine feine Nase für gesellschaftliche Strömungen, nicht nur politisch, sondern auch im menschlichen Zusammenleben insgesamt", sagte Lagerwaard. "Die Kunst reflektiert Wahrnehmungen und setzt sich mit den Themen unserer Zeit auseinander - Vernetzung, Zerrissenheit, Widersprüche. Kunst kann man nicht in einen Auftrag stellen, aber bewirken kann sie viel auf persönlicher Ebene. Aber: Das Persönliche ist auch politisch."

 

"Kunst regt an, stößt an, inspiriert und irritiert", erklärte auch Dr. Claudia Wiotte-Franz, Leiterin des Museums Haus Ludwig. "Für den Betrachter und die Betrachterin werden durch die präsentierten Kunstwerke neue Welten eröffnet, die eine Auseinandersetzung mit sich, der Welt sowie der ausgestellten Kunst ermöglichen." Mit Blick auf die vielen Spielarten der gezeigten zeitgenössischen Kunst, betonte OB Henz, dass, gleich ob man ein Werk erklären könne oder nicht, es wunderbar sei, dass Menschen hier so denken und arbeiten können, wie sie wollen. "Ein Privileg, dass es nicht überall gibt."

 

Folgende Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Werke in Saarlouis. Im Museum Haus Ludwig: Alex Hoffmann (Retro) / Frank Jung / Patrick Jungfleisch (Reso) /Simon Kloppenburg / Uwe Loebens / Gertrud Riethmüller / Volker Sieben / Michael Voigt / Gisela Zimmermann / Stefan Zöllner. Im Kunstraum im Institut für aktuelle Kunst: Frauke Eckhardt / Bernd Kissel / Ingeborg Knigge / Werner Rauber / Monika Schrickel.

 

Öffnungszeiten:

Museum Haus Ludwig Kunstraum und Institut für aktuelle Kunst: Dienstag bis Freitag: 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertage: 14 bis 17 Uhr.